Postural Intergration® (PI)

Bewußtseinsorientierte, tiefe Bindegewebsarbeit nach Jack Painter.

Jack PainterPostural Integration wurde Anfang der 60er Jahre von JACK PAINTER *, USA, entwickelt und in den nachfolgenden Jahren durch Methoden der Humanistischen und Transpersonalen Psychologie erweitert.

"Posture" (engl.) heißt Haltung des Körpers und die Art und Weise sich zu halten bzw. sich zu verhalten. "Integration" bedeutet "Vervollständigung". Dieses Wort kommt aus dem Lateinischen und enthält auch den Sinn "unversehrt".
Postural Integration (PI) heißt demnach sinngemäß: “Wiederherstellung unversehrten Haltens und Verhaltens”.

Dies bezieht sich auf die Haltung, die der Körper in jahrelanger Gewohnheit eingenommen hat (die äußere Haltung), sowie auf die emotionale und geistige Haltung, die damit einhergeht (die innere Haltung). Innere und äußere Haltung bilden zusammen das, was als Charakterpanzer bezeichnet wird. (siehe auch Wilhelm Reich - Charakterpanzer

Mit Postural Integration ist es möglich, den Charakterpanzer Schritt für Schritt abzubauen. Er besteht aus all jenen eingeschliffenen Körperhaltungen (posture = Körperhaltung), die unseren Alltag bestimmen (dem steifen Nacken, dem eingezogenen Bauch, dem Fettansatz in der Taille, dem Ungleichgewicht zwischen oben und unten etc.). Er enthält auch die kontrollierten Gefühle sowie die inneren Haltungen und Glaubenssätze.

Alle positiven wie negativen Erfahrungen, die ein Mensch macht, sind nicht nur in seinem Gedächtnis gespeichert sondern auch in seinem Körper; wie bei einem Baum die Jahresringe anzeigen, wie und unter was für Bedingungen er gewachsen ist. In Verbindung mit bewußtem Atem, emotionalem Ausdruck und durch tiefe und systematische Arbeit an den die Muskeln umgebenden Schichten (Faszien) werden einerseits Gewebe und Muskeln wieder weicher und durchlässiger, andererseits die darin verkörperte und verdrängte Lebensgeschichte bewußt und erlebbar. Die damit verbundenen Emotionen wie Ärger, Wut oder Trauer werden noch einmal erfahrbar, um sie dann loslassen zu können - die alten Muster sind dann nicht mehr (überlebens-)notwendig.

Wir werden freier, der Atem und unsere Energie fließt leichter und wir gewinnen wieder mehr an innerer und äußerer Leichtigkeit und Gelassenheit . Der Kontakt, die Beziehung und das Annehmen von vormals verdrängten Persönlichkeitsaspekten läßt uns zu einer integrierten Gesamtperson werden, mit  neuen Ausdrucksfähigkeiten und mehr Lebensfreude . Postural Integration ist eine besondere Art, den Körper zu berühren und berührt zu werden.

Desintegrierte Körperstruktur:

Hals- und Lendenwirbelsäule sind muskulär in überstreckter Haltung fixiert. Hohlkreuz und, Buckel mit vorgeschobenem Kopf sind die Folge. Die darin gebundene Energie verringert die Vitalität.
Die typischen Schwachstellen sind mit Pfeilen markiert.
Die einzelnen Körpersegmente stehen nicht aufeinander, sondern werden durch die Sehnen und Bänder übereinander gehalten.

Integrierte Körperstruktur:

Die einzelnen Körpersegmente stehen aufeinander, was ein Minimum an Energie erfordert. Der Körper hat sich merklich gestreckt und der Brustumfang ist grösser geworden.
Das durch den Körperschwerpunkt (Pfeil) gefällte Lot und damit die Gravitationskraft, geht durch die wichtigsten Gelenke (Punkte), womit keine zusätzlich belasteten Drehmomente entstehen..

 

Postural Integration ist daher zu verstehen als ein Prozeß, in dem wir neue Bewegungen, Gefühle, Haltungen und Einstellungen lernen können. PI-shoulderMit der Entwicklung unseres Körper-Bewußt-Seins entwickeln wir auch ein neues Selbst-Bewußt-Sein, in dem Selbstachtung und Selbstverantwortung bestimmend sind. Von dieser neuen Haltung aus können wir unsere zwischenmenschlichen Beziehungen neu gestalten und für unser Leben befriedigende Entscheidungen treffen. Statt aus alten Gewohnheiten zu reagieren, lernen wir unser Leben eigenverantwortlich und freudiger zu gestalten.

PI-neckDieser Prozess ist eine Abfolge von strukturierten Einzelsitzungen, ein Wechselprozeß von tiefer, struktureller Körperarbeit und integrierender, emotionaler und mentaler Arbeit, die den gesamten Körper einbeziehen. In welchem Zeitraum die Sitzungen durchgeführt werden und welche ergänzenden Methoden Eingang finden, wird vom Prozeß des Klienten und der Persönlichkeit des Therapeuten bestimmt und ist individuell.

In diesem Dialog entstehen Nähe, Berührung und Kontakt und diese ermöglichen dem Klienten, sich selbst in seiner Körpergeschichte zu erfahren, sie anzunehmen und daran zu wachsen.

* Jack W. Painter (1933 - 2010), Studium der Philosophie, Psychologie und Literatur, war Professor für vergleichende Philosophie  in Miami, USA. Er betrieb langjährige Therapieforschung, z.B. in Reichianischer Therapie,  Rolfing, Massage, GestaltTherapie, Zen. Als Begründer der POSTURAL INTEGRATION  (PI) und  Direktor des International Center for Release an Integration, San Francisco  USA, hielt er in aller Welt Trainingsgruppen und Workshops ab, bildete  PI-Praktizierende aus und wirkte am Aufbau von Zentren mit.

Hier gibt’s noch etwas humorvolles zum Thema <Haltung> :-)

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